Donnerstag, 7. August 2008


Schon drei Wochen her seit ich mich das letzte Mal gemeldet hab. Kann‘s kaum glauben wie schnell die Zeit rumgeht! Dabei ist hier kaum was passiert... jedenfalls nichts Aussergewoehnliches. An der Uni gings gleich in der ersten Woche schon richtig los. Die Kurse, die ich hier mache, drehen sich vor allem um Meeresbio und sind einerseits super toll, andererseits hab ich oft absolut keine Ahnung, wovon die Dozenten reden. Liegt wohl vor allem daran, dass die Kurse fuer Studenten gedacht sind, die im dritten Jahr Marine Biology studieren und ich in der Richtung ja noch nicht so wirklich viel gemacht hab. Werde ich aber jetzt alles nachholen! Am besten sind immer noch die Exkursionen: Brisbane Forest Park, Australia Zoo, Seaworld, Seekuehe und Schildkroeten fangen und untersuchen, Wale beobachten, auf tropischen Inseln rumforschen und und und. Ausserdem werd ich ab naechster Woche als Volunteer im Labor von einem sehr an Indiana Jones erinnernden Palaeontologen uralte Dinosaurierknochen aus mindestens genauso alten Steinen rauspräparieren. Im Allgemeinen sind die Kurse hier eh etwas anders als zu Hause: Weniger Stunden an der Uni fuer Vorlesungen und Praktika, dafuer aber jede Menge „assignments“, also Hausarbeiten, Referate, Essays und solche Sachen. Mag ich ja gar nicht, aber muss ich wohl auch durch ;-)

Auch andere Sachen sind hier nicht ganz so wie in Deutschland: Die Internetverbindung ist echt mies und unheimlich langsam, man darf maximal 4 Minuten lang duschen, sonst gibts Aerger mit der „Water Police“ (wirklich!), die Sonne bewegt sich in die andere Richtung und man wird dauernd von wildfremden Australiern gefragt, wie’s einem geht. „Hi, how are you doing, mate?“ = „Hallo“. Wenn man darauf antwortet, wird man gleich wie ein alter Bekannter behandelt und zum BBQ eingeladen oder hat - wie in meinem Fall - innerhalb von 2min nen Job. Bevor ich wusste, was passiert war, wurde ich von Mandy (die ein paar Haeuser weiter wohnt) in ihr Wohnzimmer geschleppt, der Familie vorgestellt und helfe dort jetzt beim Fruehjahrsputz, Garten ent-urwalden, auf die Kinder aufpassen, Europakarten erklaeren und Kuehlschrank leer essen.
Mittlerweile verirre ich mich auch nicht mehr auf dem Campus oder auf dem Weg zur Uni und hab mich auch dran gewoehnt, dass die Autos, Fahrraeder und Fussgaenger auf der „falschen“ Seite unterwegs sind. Seit vorgestern gehoere ich naemlich auch zu den Linksfahrern. Nach drei Wochen erfolgloser Suche habe ich endlich mein Traum-second-hand-Fahrrad gefunden.
Toll, ne? Jetzt muss ich nur noch um einiges fitter werden, sonst werd ich mit den ganzen Huegeln hier nie fertig.
Das Wetter wird jetzt auch langsam etwas australischer. Nach tagelangem Regen, Winden aus der Antarktis, Schnee und Hagel weiter im Sueden und eisiger Kaelte in Brisbane, scheint endlich die Sonne.
Letztes Wochenende bin ich dann auch zum ersten Mal so richtig aus Brisbane rausgekommen. Am Samstag zur Eroeffnung einer Austellung von Craig Cole, einem australischen Fotografen und Kuenstler, bei dem ich 2005 ein paar Tage lang gewohnt hab und am Sonntag dann zum Angeln nach Maroochydore (ca. eine Stunde Autofahrt nach Norden). Zwar waren die großen Fische entweder woanders oder haben uns ganz einfach ignoriert, aber trotzdem wars ganz lustig. Zumindest die Pelikane, die uns die kleinen Fische fast von der Angel gefressen haben, waren wohl ganz zufrieden.




So, jetzt muss ich aber weg und zwar ans Meer. Die naechsten drei Tage gehts naemlich nach North Stradbroke Island (direkt hier vor der Kuest) zum Tauchen :)

Hoffe, euch allen gehts gut,
Jenny

P.S.: mehr Bilder gibts auf der picasa-Seite

1 Kommentar:

Stephan hat gesagt…

Also das mit den vielen Ausflügen klingt ja toll :) Das mit dem duschen nicht so. Das würde ich nie im Leben schaffen :)

*hehe* ... das mit dem Job klingt doch klasse. So ging es mir damals in Alice Springs auch in etwa. Und in Sydney ... :) Einfach alles auf sich zukommen lassen. Klappen wird es eh :)

Und dir mal viel Spass beim Tauchen :)

Stephan