Obwohl Costa Rica ein ziemlich kleines Land ist, koennten die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen kaum groesser sein. Auf unserer Fahrt Richtung Nordwesten war ich wirklich ueberrascht, wie extrem sich Klima und Landschaft innerhalb nur weniger Kilometer aendern koennen: Der Regenwald verschwindet, es wird immer trockener und heisser, grosse Weideflaechen (auf denen ziemlich duenne Kuehe und Pferde stehen) liegen rechts und links der Strasse und die Leute tragen Cowboyhuete und Lassos am Guertel.



Im Grossen und Ganzen kommt man hier ziemlich einfach von einem Ort zum anderen, auch wenn man kein Auto hat. Die Busse sind sehr guenstig und fahren auch in die kleineren Ortschaften. Ein- und aussteigen kann man praktisch ueberall. Will man jedoch zu einem der weniger bekannten Nationalparks, wird es schon schwieriger, denn die liegen meist weit von der naechsten "richtigen" Strasse entfernt und sind oft nur ueber Schotterwege zu erreichen. Aber zum Glueck fahren die meisten Leute hier grosse Gelaendewagen und nehmen gerne mal zwei vollbepackte, muede Backpacker mit. Hinten auf der Ladeflaeche findet sich immer noch ein bisschen Platz :)
So mussten wir dann zum Glueck auch nicht die 30km nach Palo Verde (bzw. 7km nach Santa Rosa) zu Fuss durch die Hitze gehen. In beiden Nationalparks gibt es schoene Campsites unter tollen grossen Baeumen, von wo aus man auf vielen verschiedenen Pfaden die Gegend erkunden kann. Um interessante Tiere zu sehen, muss man jedoch gar nicht weit gehen: In unsere Dusche wohnten Fledermaeuse, ueber unseren Koepfen hingen Affen in den Baeumen, ein grosser Leguan hatte seinen Lieblingsplatz im Waschbecken, eine kleine Schlange fand es unter unserem Zelt anscheinend besonders gemuetlich und Nasen- und Waschbaeren waren sehr an unserem Essen interessiert (der gut gemeinte Rat, alles in Tueten in die Baeume zu haengen, half auch nur so lange bis die Kapuzineraffen darauf aufmerksam wurden).Auch sehr interessante Menschen sind hier unterwegs. Nach einigen Tagen haben wir in Santa Rosa ein paar Amerikaner getroffen, die gerade dabei sind eine Dokumentation zu drehen, v.a. ueber costa-ricanische Ureinwohner-Staemme und deren Kultur. Mit denen haben wir uns natuerlich auf Anhieb verstanden und haben sie ein Stueck begleitet. Wenn wir Glueck haben, werden einige unserer Bilder und Videos vielleicht sogar in der Doku verwendet. Bin mal gespannt.

Um einen Rescue-Diver-Kurs zu machen sind wir anschliessend nach Playas del Coco, einen Ort im Nordwesten der Nicoya-Halbinsel, gefahren. Trocken, heiss, staubig und voller Touristen, die den Strand belagerten. Der Kurs war anstrengend, aber hat echt Spass gemacht. Die Tauchbedingungen waren zwar nicht die besten (kaltes Wasser, schlechte Sicht und rel. starke Stroemung), dafuer gab's aber Haie, Rochen und viele andere grosse Fische zu sehen.Langsam reichts jetzt aber mit der Hitze. Next stop: Monteverde Cloud Forest










An Weihnachten sind wir dann in Exmouth (47Grad im Schatten!) angekommen, haben dort ein paar Freunde von Brad getroffen und sind kurz spaeter alle zusammen weiter in den National Park suedlich von der Stadt gefahren, wo wir in einer wunderschoenen kleinen Bucht unser Camp aufgeschlagen haben. Direkt am Ningaloo Reef! Fuer alle, die gefragt haben: nein, habe leider keine Walhaie gesehen. Die tauchen dort erst wieder im Maerz auf. War trotzdem unglaublich toll! Habe die naechsten zwei Wochen praktisch im Paradies gelebt: weisser Strand, kristallklares blaues Wasser, Kaenguruhs, Emus, Wildpferde rund ums Camp, Schildkroeten nachts am Strand und natuerlich das Riff direkt ‚vor der Haustuer‘. Waren jeden Tag mit den Haien (ganz nette), Delphinen oder Rochen schwimmen und schnorcheln, sind im Boot zu Buchten gefahren, die man vom Land aus nicht erreicht oder waren Fischen. Gemuetlich vom Strand oder Boot aus, um unser Mittag- und Abendessen zu angeln (frischer Fisch schmeckt ja so gut!) oder weit draussen aufm Meer, um Segelfische, Marlins und andere grosse Fische zu fangen.
